Sie haben einen Igel gefunden und sind nicht sicher, ob Sie ihm helfen sollen oder nicht? Hier finden Sie ein paar Tipps, die beachtet werden sollten.

Ist der Igel verletzt? Liegt er apathisch oder seitlich am Boden? Können Sie Fliegeneier- oder Fliegenmadenbefall entdecken? Dann bringen Sie das Tier bitte sofort zum Tierarzt! Hier zählt jede Minute und kann dem Igel das Leben retten!
Beim Tierarzt sollte darauf geachtet werden, dass auf eine Entwurmung und/oder Entflohung mittels Spot-on Präparaten, Puder oder Injektionen verzichtet wird! Viele Präparate für Hunde und Katzen sind für den Igel giftig und können, unter Umständen auch erst nach Wochen, zum Tod führen.

Neben dem Gewicht sollte noch darauf geachtet werden, ob die Augen des Tiers offen oder verklebt und/oder eingefallen sind. Ist das Tier eventuell dehydriert? Auch hier muss sofort ein Tierarzt aufgesucht und Infusionen verabreicht werden. Falls es sich um ein Baby handelt (Gewicht unter 350 g), muss darauf geachtet werden, ob sich die Mutter ev doch noch in der Nähe befindet.
Der Kot eines gesunden Igels ist ist fest, schlammfarben bis dunkelbraun. Die Würstchen sind bleistiftminenstark bis kleinfingerdick (je nach Größe des Igels).

Folgende Daten sind unbedenklich:
Ende September ist ein Gewicht von 500 g normal
Ende Oktober sollten es ca. 600 g sein
Ende November ist ein Gewicht von mind. 700 g ideal, damit sollte der Igel den Winterschlaf problemlos überstehen können. Wird ein Igel bei Frost oder Schnee gefunden, handelt es sich immer um einen Notfall, egal welches Gewicht er hat. In diesem Fall, ist es ratsam, eine Igelstation zu kontaktieren um weiteren Rat einzuholen.

Die richtige Reihenfolge ist daher:
Igel einfangen – Gewicht überprüfen – Igelstation anrufen – ERST DANN, sofern möglich, wieder freilassen

Igelbabys gehören in jedem Fall in die Hand eines erfahrenen Igelpflegers, da die Sterbequote hier äußerst hoch ist und schon kleinste Fehler zum Tod führen können.

Unerbringung:
Muss der Igel in häusliche Pflege aufgenommen werden, sollte Folgendes beachtet werden.

Schwache Igel benötigen Wärme (20°C) jedoch keine Hitze! Kleine und schwache Igel benötigen oft zusätzliche Wärme in Form von Wärmflaschen. Lampen, die zu Verbrennungen und Dehydration führen können, sollten nicht verwendet werden.

Das Tier sollte ständigen Zugang zu frischem Trinkwasser haben.

Ein Rückzugshäuschen (Schuhschachtel) bietet dem Tier einen Schlafplatz und gleichzeitig eine sichere Rückzugsmöglichkeit und reduziert so Stress. Bei Kaninchenkäfigen oder Ähnlichem ist darauf zu achten, dass das Tier nicht am Gitter hängen bleiben kann oder sich gar daran erhängt (insbesondere bei kleineren Igeln). Eine große Wanne ist unter Umständen besser geeignet.

Als Einstreu sind Hobelscharten ideal! Zeitungspapier saugt Kot und Urin kaum auf und das Tier läuft immer wieder durch und erkrankt oft aufgrund dieser Verunreinigungen. Katzenstreu, Sägemehl, Laub, Stroh und Heu sind ungeeignet für die Unterbringung des Igels.

Als Futter wird von Igel-Pflegestellen in Wasser aufgeweichtes Trockenfutter für Kitten empfohlen. Alle anderen Arten von Futter (div. Feuchtfutter/Dosenfutter, überteuertes Igelfutter mit „Backwaren“ in der Zusammensetzung oder anderen minderwertigen Bestandteilen, Hundefutter) führen meist zu Durchfall oder sind schwerer verdaulich bzw in der Zusammensetzung ungeeignet. Eine zusätzliche Fütterung von Lebensmitteln oder Futtermitteln (Obst, Fleisch, Kalk, usw) ist nicht nötig und führt nur zu unnötigen Verdauungsstörungen.

Der Pflege-Igel sollte täglich gewogen werden um eine Gewichtszunahme kontrollieren zu können. Erfolgt keine deutliche Zunahme, muss ein Tierarzt kontaktiert werden.

Wertvolle Tips zur Igel Hilfe finden Sie auch im Internet auf den Seiten diverser Igel-Stationen oder Tierheimen.

Geeignete Produkte zur Igelpflege, Igelunterbringung und Igelfütterung finden Sie hier:
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